Psoriasis – Ursachen, Diagnose und Behandlung von Schuppenflechte

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Psoriasis – Ursachen, Diagnose und Behandlung von Schuppenflechte
Die Schuppenflechte ist eine chronische Hauterkrankung, die genetisch bedingt ist. Obwohl die Psoriasis nicht ansteckend ist, belastet sie die Patienten psychisch. Viele Betroffene grenzen sich gesellschaftlich aus, denn die Scham über die Flecken auf der Haut ist groß. Eine Heilung für Psoriasis existiert bislang nicht. Dennoch gibt es Linderung für Patienten mit der schuppigen Hauterkrankung.

1. Das Krankheitsbild „Psoriasis”

Die Schuppenflechte ist eine der häufigsten Hauterkrankungen und das vor allem bei Europäern. Männer und Frauen bekommen sie gleich häufig. Den Frühtyp oder auch Typ 1 der genetisch bedingten Psoriasis haben rund Dreiviertel aller Erkrankten. Der Typ 1 bricht vor dem 40. Lebensjahr aus, am häufigsten im Alter zwischen zehn und 25 Jahren. Der Typ 2 oder Spättyp ist seltener und lässt Personen zwischen 35 und 60 Jahren erstmals erkranken. Der Spättyp verläuft zumeist milder und die Patienten haben seltener eine familiäre Vorgeschichte bezüglich der Schuppenflechte.

Schuppenflechte: Wenn das eigene Immunsystem die Zellen angreift

Bei der Psoriasis sorgt eine Autoimmunreaktion dafür, dass sich das Immunsystem gegen die Zellen des eigenen Körpers richtet. Diese reagieren mit einer Entzündung und können sich nicht mehr normal erneuern. Gesunde Hautzellen der Epidermis, die Keranozyten, erneuern sich bei gesunden Menschen monatlich. Sie entstehen in der Unterhaut und wandern langsam auf die Hautoberfläche. Sie verhornen dabei und sterben schließlich als Hautschuppen ab. Bei Psoriasis entstehen die Keranozyten erheblich schneller und bilden in wenigen Tagen die dicke Schuppenschicht, die der Schuppenflechte ihren Namen gab. Das griechische Wort „psora“ bedeutet jucken oder kratzen und somit weist bereits der Name der Hautkrankheit auf die unangenehme Begleiterscheinung hin. Leichte Erkrankungen der genetisch bedingten Hauterkrankung unterscheiden sich von der schweren Verlaufsform durch eine kleinere, betroffene Hautfläche. Selbst bei Kratzen oder Berührung überträgt sich die Hauterkrankung weder auf andere Personen noch auf andere Hautpartien, ist somit nicht ansteckend.

Die verschiedenen Formen der Psoriasis: auf der Haut, in den Gelenken, an den Nägeln

Leicht oder mittelschwer bis schwer sind die verschiedenen Schweregrade der entzündlichen Hautveränderung. Die Psoriasis vulgaris ist die häufigste Form und tritt bei mehr als 80 Prozent der Patienten auf. Sie verändert ganze Hautpartien, die sich entzünden und mit Schuppen bedecken. Dabei können Juckreiz und schmerzende Risse auftreten. Eine weitere Form ist die Psoriasis-Arthritis oder Psoriasis arthropathica. Hierbei sind die Gelenke befallen, was von außen oftmals nicht zu erkennen ist. Die Nägel sind bei der Hälfte der Patienten ebenfalls von Schuppenflechte befallen.

Psoriasis und die Leukozyten – Wechselwirkung bei gestörtem Immunsystem

Bilden sich zusätzlich eitrige Pusteln auf der Schuppenflechte, dann handelt es sich um eine Psoriasis pustulosa. Bei der Schuppenflechte mit Eiterbläschen sind die Symptome der Psoriasis vulgaris vorhanden, aber weniger stark ausgeprägt. Hinzu kommen dafür Eiterbläschen aus neutrophilen Granulozyten. Dabei handelt es sich um eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, also Leukozyten des Immunsystems. Sie dienen normalerweise der Abwehr von Infektionen. Im Falle der Psoriasis greifen sie die körpereigenen Zellen an, wodurch diese sich entzünden. Gegen die Entzündung bilden sich wiederum Leukozyten, wodurch sich deren Anzahl hochschaukelt. Das Gleiche ist bei Erkältungen oder anderen Krankheiten zu beobachten. Deswegen verschlechtert sich in solchen Fällen die Hauterkrankung, da die Leukozyten durch die Erkältung ansteigen.

2. Ursachen von „Psoriasis”

Wissenschaftler gehen von einer genetisch bedingten Erkrankung aus. Sie bricht irgendwann aus und kommt dann in Schüben immer wieder Die genetische Veranlagung zur Psoriasis ist bereits das ganze Leben latent vorhanden. Haben beide Elternteile Schuppenflechte, erben die Kinder sie mit einer 60 bis 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit. Hat nur ein Elternteil Psoriasis, reduziert sich auch die Chance zu vererben um die Hälfte. Durch verschiedene Faktoren kann es dann plötzlich zum Auftreten der Schuppenflechte kommen. Wie bei vielen Erkrankungen vermuten die Mediziner auch bei der Psoriasis den Ausbruch der Erkrankung bei einer Veränderung im Leben. Dabei können einer oder mehrere Faktoren das Immunsystem belasten und die Erkrankung forcieren. Hierzu gehören:
• psychische Belastung
• emotionaler Stress
• Übergewicht
• mangelhafte Ernährung
• Rauchen
• Alkoholkonsum
• hormonelle Umstellung
• Medikamente wie ACE-Hemmer, Malariamittel, Lithium, Interferon oder Betablocker
• Wettereinflüsse
• Infektionen beispielsweise durch Streptokokken
• Verletzungen der Haut oder Druckstellen

Klimatische Ursachen für die Schuppenflechte

Das Wetter kann für den einen Patienten hilfreich sein und bei einem anderen verschlimmern sich die Beschwerden zur gleichen Zeit. Daher sprechen Wissenschaftler von einer Sommer- und einer Winterform der Psoriasis. Im Winter sorgen Erkältungen und trockene Heizungsluft für eine Verschlechterung des Hautbildes. In den Sommermonaten kommen Luft und Sonnenstrahlen auf die Haut, was zumeist die Erkrankung abmildert. Zudem bessert sich in der helleren Jahreszeit die emotionale Stimmung. Zuviel Sonne hingegen empfinden Patienten mit Psoriasis fast immer als negativ.

Das Köbner-Phänomen oder die isomorphische Reaktion

Obwohl Psoriasis nicht ansteckend ist, konnte Heinrich Köbner bereits im Jahr 1872 feststellen, dass sich die Schuppenflechte auf andere Hautpartien überträgt. Jedoch nicht durch eine Kontaktinfektion, sondern durch ein Trauma auf einer Hautpartie. Bei Unfällen oder anderen mechanischen Verletzungen der Hautoberschicht tritt die Hauterkrankung genau auf diesen Hautstellen häufig neu auf. Selten passiert das sofort, sondern üblicherweise nach zwei Wochen bis zu zwei Jahren. Dabei kann es sich um verschiedene Arten von Verletzungen handeln. Neben Unfall bedingten Schnitten und Rissen trat das Phänomen auch bei vielen anderen Hautbeschädigungen auf, wie:
• Tätowierungen
• Tierbisse
• Insektenstiche
• Schussverletzungen
• Schnittwunden
• Verbrennungen
• Abschürfungen
• Kontaktdermatitis
• Sonnenbrand
• gereizte oder wunde Stellen durch Kleidung
• Druckstellen von Brillenbügeln hinter den Ohren
• nach Rasuren oder Enthaarungen mit anderen Methoden
Aber nicht nur bei der Psoriasis vulgaris lässt sich das Köbner-Phänomen beobachten. Unter permanent getragenen Eheringen entstehen sogar psoriatsche Läsionen bei der arthritischen Form der Schuppenflechte. Auch ein Bruch am Handgelenk oder ein eingeklemmter Nerv können diesen Effekt auslösen. Durch Maniküre kann sich die Psoriasis an den Finger- oder Fußnägeln neu ausbreiten. Selbst Impfungen, UV-Therapien oder Nesselsucht gelten als Auslöser für Köbners Phänomen. Im Prinzip handelt es sich bei all diesen auftretenden, isomorphischen Reaktionen um stressbedingte Auslöser durch Traumata. In einigen Fällen kann das sogar umgedreht verlaufen. Ein Trauma durch eine Erkrankung wie Röteln oder eine Operation kann die Psoriasis an einigen Stellen oder sogar vollständig abklingen lassen.

3. Symptome von „Psoriasis“

Je nach Schweregrad unterscheiden sich die Symptome bei den einzelnen Schüben der Schuppenflechte. Bei der leichten Verlaufsform sind die Symptome weniger stark ausgeprägt als bei der mittelschweren bis schweren Psoriasis. Von einer leichten Psoriasis sprechen die Hautärzte, wenn weniger als zehn Prozent der gesamten Hautfläche betroffen sind. Patienten können das leicht selber kontrollieren, wenn sie ihre Handinnenflächen dazu verwenden. Üblicherweise entspricht sie einem Prozent der gesamten Hautfläche. Ist die befallene Hautfläche somit größer als zehn Handinnenflächen, dann handelt es sich zumindest um eine mittelschwere Verlaufsform der Schuppenflechte. Folgende Symptome treten zusammen oder einzeln bei der Schuppenflechte auf:
• deutlich sichtbare Hautveränderungen, sogenannte „Plaques“
• die Haut ist entzündet und stark gerötet
• weiß-silbrige Schuppen bedecken die Entzündungen
• Hautrisse im betroffenen Bereich treten auf und können schmerzen
• Juckreiz oder Brennen an den befallenen Hautpartien
Bei hohem Leukozytengehalt und der schweren Krankheitsform treten häufig noch weitere Symptome auf:
• Müdigkeit und Abgeschlagenheit
• Fieber
• allgemeines Gefühl von Krankheit
Die Psoriasis tritt an verschiedenen Körperstellen bevorzugt auf. Auch die Gelenke können betroffen sein. Der Befall an einer oder mehreren Körperpartien ist symptomatisch für Psoriasis:
• an der Außenseite der Knie oder Ellenbogen
• hinter den Ohren
• auf der behaarten Kopfhaut
• in der Kreuzbeinregion
• an Fuß- oder Fingernägeln
• an den Gelenken
• an der Gesäßfalte

4. Diagnose

Häufig reicht eine Sichtdiagnose aus, um die Psoriasis vulgaris sicher feststellen zu können. Nur in seltenen Fällen ist eine Biopsie der Haut zur Abgrenzung von Pilzinfektionen oder Ekzemen erforderlich. Wichtig ist auch die Ermittlung der betroffenen Hautfläche, um den Schweregrad festlegen zu können. Durch Anamnese versucht der behandelnde Arzt herauszufinden, wodurch der Ausbruch zustande kam. Wo trat die Schuppenflechte zuerst auf und wie breitet sie sich aus? Haben bereits Familienmitglieder diese Erkrankung? Gab es eine ungewöhnliche Stresssituation oder eine Änderung der Lebensumstände zuvor? Diese Informationen sind für den Arzt wichtig. Ebenso sollten Patienten auf befallene Körperstellen unter der Kleidung oder an nicht gleich sichtbaren Stellen hinweisen.

Das Auspitz-Phänomen zur Diagnose der Psoriasis vulgaris

Eine Hautprobe entnehmen die untersuchenden Ärzte nicht nur für eine Biopsie. Die Psoriasis vulgaris unterscheidet sich durch drei Phänomene von anderen Hauterkrankungen. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte Heinrich Auspitz diese Diagnosemöglichkeiten. Mit einem Holzspatel lassen sich die Schuppen abziehen. Sie erinnern nach der Reibung an abgeschabtes Kerzenwachs, weshalb es auch Kerzenwachs-Phänomen heißt. Darunter kommt ein glänzendes, durchscheinendes Häutchen zum Vorschein. Das ist das Phänomen des letzten Häutchens. Reibt der Holzspatel weiter an dem Häutchen, treten punktförmige Blutungen auf. Auspitz nannte dies „das Zeichen des blutigen Taus“. Diese Blutungen gibt es nur bei der Schuppenflechte und erbringt damit den eindeutigen Nachweis der Erkrankung.

Diagnose der Psoriasis arthritis

Bei der Psoriasis-Arthritis, also dem Befall der Gelenke mit Schuppenflechte, reicht eine Sichtdiagnose nicht aus. Es treten keine sichtbaren Hautveränderungen auf der äußeren Haut auf. Das erschwert die klare Abgrenzung zur Arthrose und damit auch die Diagnose. In diesen Fällen geben Röntgenbilder der Gelenke einen Aufschluss über die Erkrankung. Ergänzend und abschließend diagnostizieren die Mediziner diese Form der Gelenks-Schuppenflechte mithilfe eines Blutbildes. Dieses ist ebenfalls hilfreich zur definitiven Diagnose der Schuppenflechte mit eitrigen Pusteln.

Die Ermittlung des Schweregrades und anderer Indizes

Erst die genaue Diagnose ermöglicht die Auswahl einer geeigneten Therapie. Obwohl die Schuppenflechte nicht heilbar ist, lässt sie sich doch zurückdrängen oder die Symptome abmildern. Mit dem Psoriasis Area Severity Index, kurz PASI, legt der Arzt den Schweregrad der Erkrankung fest. Von null bis 72 geht die Skala, unter dem Wert zehn liegt eine leichte Form vor, zwischen zehn und 20 ist sie mittelschwer, darüber schwer. Für die Nagelpsoriasis heißt der Index NAPSI, Nail Psoriais Severity Index. Mit dem DLQI, also dem dermatologischen Lebensqualitätsindex, legt der Mediziner die krankheitsbedingte Beeinflussung der Lebensumstände fest. Was ändert sich für den Patienten im Beruf oder Schule, in der Familie und im Freundeskreis? Wie ist die psychische Situation, welche Auswirkungen gibt es auf die Partnerschaft?

5. Behandlungsmöglichkeiten von „Psoriasis“

Allgemein sollten Psoriasis-Patienten die auslösenden Faktoren generell vermeiden. Eine gesündere Lebensweise ist wichtig, um die Erkrankung nicht weiter ausbrechen zu lassen. Eine ausgewogenere Ernährung kann für einige Patienten Erleichterung bringen. Jeder sollte auf seinen Körper „hören“ und beobachten, was die Hauterkrankung unter Umständen verstärkt. Das kann der Tabak- oder Alkoholkonsum sein, aber auch eine Irritierung des Körpers durch mangelhafte oder falsche Ernährung. Scharfe Gewürze und fettiges Essen können die Psoriasis, wie viele andere Hauterkrankungen, verstärken. Eine leichte und gesunde Ernährung sorgt für eine geringere Belastung des Körpers und unterstützt die Selbstheilungskräfte des Organismus.

Ernährung und Körpergewicht als Einflussfaktoren auf die Schuppenflechte

Übergewicht kann den Psoriasis-Patienten gleich in mehrfacher Hinsicht belasten. Zum einen hat der Körper viel mehr zu arbeiten und benötigt die Kraft dafür, statt für die Selbstheilung. Übergewicht geht zumeist mit einer Fehlernährung oder Bewegungsmangel einher. Wer daran etwas ändert, hilft zugleich seinem Körper. Nicht außer Acht zu lassen ist die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Zum einen ist das eine starke, emotionale Belastung für manchen Übergewichtigen. Zum anderen kann es die Isolierung aus der Gesellschaft noch zusätzlich verstärken. Jedoch kann eine radikale Diät bei einigen Patienten die Krankheit verstärken. Besser ist es, durch eine generelle Änderung der Lebensumstände und der Ernährung langsam das Gewicht zu reduzieren.

Die Psyche: großer Einfluss auf die Haut

Emotionalen Stress gilt es, in jedem Fall zu vermeiden. Dieser kann im familiären Bereich auftreten, beispielsweise im Fall einer schlechten Ehe oder während einer Scheidung. Finanzielle Sorgen oder Mobbing am Arbeitsplatz sind ebenfalls potenzielle Auslöser oder Verstärker für die Hauterkrankung. Freude im Leben, Spaß an der Arbeit, emotionale Entspannung – das alles kann die Symptome reduzieren und zu einer Besserung der Schuppenflechte beitragen.
Betroffene trauen sich aufgrund der sichtbaren Hautveränderungen häufig nicht unter Menschen. Zum anderen hat auch die Gesellschaft Berührungsängste aus Angst vor Ansteckung. Da Psoriasis nicht durch Kontakt zu übertragen ist, also nicht ansteckend sein kann, sollten Patienten offensiv mit ihrer Erkrankung umgehen. Die Angst der Umwelt vor Ansteckung ist groß. Der Patient kann selbst dazu beitragen, dass diese Befürchtungen verfliegen. Dazu sollte er seine Familie und Freunde, sowie Zufallsbekanntschaften umgehend über die Hauterkrankung aufklären. Denn die Freude beim Feiern oder über einen Besuch bei Freunden kann die Stimmung deutlich aufhellen und das Leben wieder lebenswert machen.

Das Selbstwertgefühl und gesellschaftliche Kontakte für Psoriasis-Patienten

Sich selbst zu lieben ist ebenso wichtig, wie die Erkrankung zu akzeptieren. Da Schuppenflechte sich zwar lindern, aber nicht heilen lässt, ist die Akzeptanz lebensnotwendig. Ein höheres Selbstwertgefühl und ein bewusstes Leben mit der Erkrankung verbessern zumeist die Symptome. Denn bei Resignation oder sogar Depressionen verschlechtert sich üblicherweise der Zustand des Patienten nicht nur emotional, sondern auch auf der Haut. Das ist ein Teufelskreis, der dann schwierig zu durchbrechen ist. Aber genau hierauf sollte jeder Patient erst einmal seine Aufmerksamkeit legen, damit sich das Leben mit der chronischen Krankheit nicht nur normalisiert, sondern stetig verbessert. Schafft es der Erkrankte nicht alleine, empfiehlt sich eine Psychotherapie begleitend zur übrigen Therapie. Das Erlernen von Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditationen stellt ebenfalls eine Alternative zum Stressabbau dar. Leichte Sportarten in geeigneter Sportbekleidung auszuführen, bringt den Organismus und damit das Immunsystem in Schwung. Nur starkes Schwitzen und Überhitzung sind nicht zu empfehlen.

Die Einflüsse der Jahreszeiten auf die Psoriasis vulgaris ausgleichen

In der Sonne verspüren viele Patienten eine Linderung ihrer Symptome. Die Sonnenstrahlen reduzieren die Entzündungen und „lenken“ das Autoimmunsystem ab. Das Jucken und Brennen wird mit abklingender Entzündung ebenfalls weniger und die Schuppen reduzieren sich deutlich. Bei einigen Patienten geht die Psoriasis in den Sommermonaten vollständig zurück. Für Patienten mit diagnostiziertem Köbner-Phänomen ist jedoch Vorsicht geboten, da zu viel Sonne die Beschwerden verstärken würden. Ein hoher Sonnenschutz ist unerlässlich, um die empfindliche Haut zu schützen. Das Sonnenschutzmittel sollte für empfindliche Haut geeignet und hochwertig sein, damit es die Haut nicht zusätzlich reizt. Viel Wasser zu trinken und die Haut von innen zu befeuchten, ist nicht nur in der warmen Jahreszeit wichtig, sondern auch bei Kälte. Im Winter benötigt die Haut viel Feuchtigkeit, da die Heizungsluft sie schnell austrocknet. Zugleich reduziert die Kälte die Produktion des Talgs, der die Haut üblicherweise schützt. Feuchtigkeitscremes bewahren die Haut vor dem Austrocknen. Zu warme Kleidung in der kalten Jahreszeit fördert das Schwitzen. Bei ungeeigneter Kleidung staut sich die Wärme und der Schweiß auf der Haut und fördert unter Umständen den Juckreiz.

Lichttherapien für leichte bis schwere Schuppenflechte

Eine Lichttherapie oder Phototherapie soll mit UV A oder UV B-Strahlen die Entzündungen auf der Haut reduzieren. Die Lichttherapien zeigen bei kleineren Hautpartien, aber ebenso bei schweren Verlaufsformen oder einer Schuppenflechte mit Pusteln Wirkung. Bei der Balneophototherapie kombinieren die Therapeuten das UV-Licht mit Salzbädern. UV-Bestrahlungen lindern die Symptome der Schuppenflechte auch im Winter bei den Patienten, die positiv auf Sonnenstrahlen ansprechen. Behandlungen mit dem Excimer-Laser sollen die Zellneubildung mit ultraviolettem Licht bei der leichten Psoriasis fördern und so die Hauterkrankung abklingen lassen. Das UV-B-Licht dringt konzentriert und punktgenau in die Hautschichten ein, lässt aber gesunde Hautpartien aus. Für kleine Plaques ist es eine für den restlichen Körper schonendere Behandlung. Die Breitspektrum Lichttherapie oder UV-B-Therapie bestrahlt die Haut großflächig. Nur bei der SUP, der selektierten UV-Bestrahlung kommen ausgerichtete Lampen auf größere Plaques zum Einsatz. Die Nebenwirkungen sind geringer, als bei der PUVA. Nur bei schwerer Psoriasis ist die PUVA, also die Photochemotherapie, sinnvoll im Einsatz, da das Krebsrisiko höher ist. Die UV-A Strahlen dringen tief in die Haut ein. Die Einnahme pflanzlicher Wirkstoffe sorgt dabei für eine stärkere Lichtaufnahme.

Die medikamentöse Therapie bei Schuppenflechte

Mit der topischen Therapie lässt sich die leichte Psoriasis behandeln. Es handelt sich dabei um pharmazeutische Salben oder Cremes zum Auftragen auf die Haut. Sie sind zudem begleitender Bestandteil anderer Therapien bei allen Formen der Psoriasis vulgaris. Bei der schweren Psoriasis setzen die behandelnden Ärzte häufig auf eine innerliche Therapie mit Medikamenten. Das Ziel ist, so das fehlgesteuerte Immunsystem zu unterdrücken. Das gibt den Hautzellen ebenso wie den Zellen der Schleimhaut die Möglichkeit, sich zu regenerieren und wieder normal zu wachsen. Die Induktionstherapie mit hoch dosierten Medikamenten wie Dithranol kommt bei ambulantem oder stationärem Aufenthalt in einer Klinik in äußerst schweren Fällen zum Einsatz.

Natürliche Feuchtigkeit für die trockene, entzündete Haut

Nicht nur mit pharmazeutischen Produkten lässt sich eine Verbesserung des Hautbildes erreichen. Natürliche Pflegeprodukte können entzündungshemmend oder feuchtigkeitsspendend wirken. Die lädierten Hautpartien reißen schnell, weil sie stark austrocknen. Gerade an den Knien oder Ellbogen heilen die Hautrisse aufgrund der ständigen Bewegung nicht so leicht ab. Die Feuchtigkeitszufuhr ist daher schon in der Prophylaxe besonders wichtig, damit die Hautrisse nicht entstehen. Feuchtigkeit ohne Reizstoffe benötigt die Haut auch zwischen den Schüben, um den erneuten Ausbruch hinauszuzögern und die Haut nach Abklingen zu regenerieren. Naturprodukte sind da die erste Wahl, denn chemische Zusatzstoffe können erneute Reizungen auslösen. Reines Aloe vera Gel beispielsweise spendet der Haut die notwendige Feuchtigkeit und zieht schnell ein. Das regelmäßige Eincremen mit feuchtigkeitsspendender Pflege macht die Haut mit der Zeit zumeist geschmeidiger. Daher reißt sie nicht so schnell beziehungsweise können bereits vorhandene Hautrisse schneller abheilen. Aloe vera Produkte können zudem den Juckreiz lindern, da sie zugleich entzündungshemmende Eigenschaften haben. Wir empfehlen dabei immer die Kombination mit dem Aloe vera Saft.

Die richtige Pflege für kranke Haut mit Schuppenflechte

Wichtig ist in jedem Fall bei der Verwendung von Cremes, Lotion und Salben darauf zu achten, dass die erkrankte Haut nicht zusätzliche Belastung erfährt. Ist die eigene Haut eher fettig, sollten die Pflegeprodukte einen hohen Wassergehalt, also viel Feuchtigkeit aufweisen. Ein hoher Fettgehalt würde die Haut dagegen erdrücken und die Beschwerden vermutlich nicht lindern. Ist dagegen die gesunde Haut sehr trocken, dann kann ein Fettgehalt in den Cremes durchaus hilfreich sein. Für Patienten mit trockener Haut empfiehlt es sich, auf austrocknende Seifen oder Duschgels zu verzichten und rückfettende Produkte zu bevorzugen. Das Wasser sollte beim Duschen mehr lauwarm als heiß sein. Um die Haut nicht weiter zu belasten, ist kräftiges Trockenrubbeln mit dem Handtuch ebenso tabu, wie Massagebürsten oder -handschuhe. Sanftes Abtupfen mit dem Handtuch gibt der Haut die Chance, Feuchtigkeit zu behalten. Zudem verhindert es ein mögliches Aufreißen der Plaques nach dem Bad.
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