Die Pflanze Aloe vera

||Die Pflanze Aloe vera
Die Pflanze Aloe vera

Botanik der Aloe vera Pflanze: Aloe Barbadensis Miller

Seit tausenden Jahren bekannt und häufig als kakteenartiges Gewächs verkannt, ist die Aloe vera eine Pflanze mit erstaunlichen Eigenschaften. Eigentliche hatte der Namenspatron und Botaniker Carl von Linné bereits 1753 die Pflanze als Aloe Barbadensis Linné beschrieben.

Carl von Linné - Namensgeber der Aloe Barbadensis Linné
Botaniker Phillip Miller - Namensgeber der Aloe vera Barbadensis Miller

Doch der Botaniker und Forschungsreisende Phillip Miller wollte 15 Jahre später seine ganz eigene Namensgebung mit Aloe Barbadensis Miller für sich beanspruchen. Aus diesem Grund findet man heute für ein und dieselbe Aloe vera zwei unterschiedliche botanische Bezeichnungen.

Die geschichtlichen Wurzeln der Aloe vera Heilkraft

Die Geschichte der Aloe vera zeigt, dass die Pflanze bereits vor über 6.000 Jahren das erste Mal schriftlich erwähnt wurde. Zu dieser Zeit waren einige herausragende Wirkungsweisen der Aloe vera schon bekannt. Sowohl die Babylonier als auch die Assyrer setzten ein Gemisch aus dem Aloe vera Gel und Absinth gegen Magenverstimmungen und Darmträgheit ein. Besondere Heilkräfte und verschiedene medizinische Anwendungsmöglichkeiten findet man auf Tontafeln der Sumerer zur Zeit des Königs Akkad. Auch im antiken Ägypten nutzte man verschiedene Aloe vera Mixturen zum Mumifizieren und Einbalsamieren vergötterter Persönlichkeiten.

Wusstest Du, dass bereits sehr bekannte Größen unserer Geschichte auf die heilenden und pflegenden Eigenschaften der Aloe vera schwörten? Von Königinnen wie Kleopatra bis hin zu großen Medizinern ihrer Zeit – z. B. Paracelsus, Hippokrates oder Hildegard von Bingen. Sie alle wussten um die Bedeutung der Aloe vera Pflanze und ihres wertvollen Schatzes, den sie in ihren Blättern trägt.

Große Artenvielfalt der Aloe

Von der Aloe sind zahlreiche Arten, Unterarten und Hybriden gelistet. Die genaue Anzahl variiert in der Literatur aber sehr stark und bewegt sich zwischen 300 und 400 Arten. Sie gehört als agavenartige Wüstenpflanzen zu der Gattung der Liliazeen (Familie der Lilien), ihre äußeren Merkmale und der Pflanzenaufbau gleichen aber eher denen eines Kaktus. Wenig bekannt ist die familiäre Nähe zu uns sehr bekannten Pflanzen wie Knoblauch, Bärlauch, Weißwurz, Zwiebel, Spargel oder Blumenarten wie die Herbstzeitlose, Lilien, Maiglöckchen oder auch der Palmlilie.

Aber nicht nur in Wüstengebieten ist die Aloe anzutreffen. Gerade auch im europäischen Raum und dort bevorzugt im klimatisch günstigen Spanien wird die Pflanze kultiviert. Aus diesem Grund gibt es auch spezielle Bezeichnungen wie Aloe vera Mallorca oder Markenbezeichnungen wie Aloe vera de Mallorca. Allen Arten gemein ist jedoch die Tatsache, dass eine Aloe sowohl in freier Natur als auch in Gewächshäusern und Pflanzenkübeln aufgezogen werden kann. Dabei ist lediglich auf einige wenige aber nicht minder wichtige Eigenschaften und Vorkehrungen zu achten.

Pflegetipps für die Aloe vera Pflanze daheim:

• Durchgängig sonniger Standplatz
• Warme Temperaturen, die nicht unter 10 Grad fallen sollten
• Stetige Luftzirkulation in geschlossenen Räumen
• Kübelpflanzen zum Überwintern in lichtdurchflutete Gewächshäuser stellen
• Kübelpflanzen 1-2-mal monatlich mit wenig Kakteendünger unterstützen
• Im freien vor übermäßigen Regen und Staunässe in den Blattachseln schützen
• Pflanzgefäße mit ausreichend Platz (min 60 cm Durchmesser) verwenden
• Im Sommer je nach Temperatur wöchentlich mäßig im Bodenbereich gießen

Eigenschaften und Nutzung der Aloe vera

Eine der wichtigsten Eigenschaften der Aloe ist die Möglichkeit, viel Wasser aufzunehmen und zu speichern. Dabei verbraucht die Pflanze selbst vergleichsweise sehr wenig Wasser zum Überleben, was Sie als Wüstenpflanze besonders auszeichnet und eine lange Überlebensfähigkeit auch in Trockenzeiten garantiert. Die immergrüne, kraftvolle und auch majestätische Pflanze kann ein stolzes Alter von 10 bis 15 Jahren erreichen. Um Ihre vielseitigen und hochwertigen Inhaltsstoffe voll entfalten zu können, sollte man der Aloe mindestens 5 Jahre an Entwicklungszeit gönnen. Dann erst ist die richtige Konzentration und Bandbreite der Vitalstoffe erreicht.

Erst in den letzten Jahrzehnten wurden viele der bis zu 300 heute bekannten Inhalts- und Wirkstoffe genauer untersucht und deren hoher Nutzen erkannt. Nahezu alle bekannten Arten verfügen über medizinisch relevante Inhaltsstoffe und Heilkräfte. Jedoch nur 2 Arten, die Aloe aborescens Miller und die Aloe vera Barbadensis gelten aufgrund der Wirkstoff-Konzentrationen als die absoluten Spitzenpflanzen. Hier wiederum hat die Aloe aborescens Miller nochmals einen deutlichen Vorsprung von teilweise bis zu 200 % reicheren medizinischen Wirkstoffen. Solch eine geballte und potente Kraft führte letztendlich auch zu dem weltweit bekannten Zitat:

„Wir glauben, dass die Aloe wirklich eine Apotheke in einer einzigen Pflanze ist.“
(Zitat von Dr. Windel Winters, University of Texas Health Service Center – San Antonio)

Frucht und Blütenstand der Aloen

Die bis zu 50 cm langen und bis zu 20 cm breiten Blätter sind lanzenartig und spitz zulaufend geformt. An Ihren Außenseiten verfügen sie über kleine stachelige Dorne, die der Schädlingsabwehr dienen. Schneidet man ein Blatt auf oder ab, so tritt in Sekundenschnelle ein bitterlich schmeckender Saft aus, der zwischen der Außenhaut und dem inneren Gel eingelagert ist. Genau dieser Aloe vera Saft sowie auch das Aloe vera Gel des Blattes sind die extrem wertvollen und potenten Pflanzenbestandteile, die mit besonderer Sorgfalt zu verschiedenen Aloe vera Produkten verarbeitet werden.

 Zeichnung einer Aloe vera Pflanze

Dass die Aloe eine ausgewiesen robuste Wüstenpflanze ist, hat sie nicht zuletzt auch ihrem Pflanzenaufbau, Frucht und Blütenstand zu verdanken. Ihre kakteenartige Form gründet sich aus einem kräftigen und bis zu 50 cm breiten Stammumfangs am Boden. Aus diesem wächst die Aloe dann in busch- oder baumähnlicher Form mit einem bis zu 10 cm dicken Fruchtstiel zu einer Größe von 1,5 bis 2 Metern heran. Dabei kann sie auch üppige Fächerungen mit eigenem Blattwerk ausbilden. An einem schlanken Schaft bildet sich zuoberst dann auch eine traubenförmige Blüte, die je nach Art in unterschiedlichsten Farben ausgeprägt sein kann.

So vermehrt sich die Aloe vera Pflanze

Während der Blütezeit ist nicht nur ein farbenprächtiges Schauspiel geboten. Auf mehrfache und raffinierte Art ist es der Aloe vera Pflanze möglich, sich selbst zu erhalten und zu vermehren. Wenn die Blüten aufbrechen und die Samen hervortreten, so werden Sie in der Regel von Vögeln durch die Nahrungsaufnahme und späteres Ausscheidung teils großflächig verbreitet. Auch Wind kann die Samen davontragen und für eine Aussamung sorgen. Als weitere Option verfügt die Aloe über die Möglichkeit, mit eigenen Wurzel-Sprösslingen sogenannte Nebentriebe ausbilden zu können. So oder so wird eine der Aussaatoptionen immer greifen.

Aloe vera Pflanzen auf einer Plantage
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